Lange wagte sich niemand an das gewaltige Projekt. Als Peter Jackson 18 Jahre war und die Bände gerade verschlungen hatte, spielte er schon mit dem Gedanken, dass dieses Buch auf jeden Fall auf die Leinwand musste. Er wartete immer darauf, dass sich jemand anderes daran wagte, doch nichts geschah. Schließlich fasste er sich ein Herz und nahm die Sache selbst in die Hand...
Die Filmrechte:
Saul Zaentz, Geschäftsführer der Tolkien Enterprises Inc., besaß über 25 Jahre die Filmrechte des "Herr der Ringe". 1996 nahm Jackson das erste Mal Kontakt zu ihm auf und nach einem Treffen (zusammen mit Jacksons Frau) verkaufte Zaentz das Nötige für die Verfilmung an Miramax (Tochtergesellschaft von Disney). Schnell stellte sich heraus, dass das Studio die Story nur in einem 'Rutsch' verfilmen und nicht in drei Teile aufteilen wollte. Weiterhin hatte Tolkien in seinem Testament verboten, dass Disney in irgendeiner Weise Einfluss auf seine Werke haben sollte. Die Einstellung von des Studios löste natürlich Empörung aus und Peter Jackson wandte sich ab. Miramax hatte nun keinen Regisseur mehr und sie gaben Jackson drei Wochen Zeit, in denen er eine neue Produktionsfirma finden sollte. Peter machte sich also auf dem Weg zu New Line Cinema, mit dem Drehbuch und einem 36-minütigen Demo-Video unterm Arm. Schließlich stimmte New Line zu und sie kauften Miramax die Rechte für über 10 Millionen Dollar ab.
Casting und Training:
Einer der wichtigsten Abschnitte war das Casting. Dafür nahmen sich Jackson und sein Team auch viel Zeit, denn immerhin mussten viele Haupt- und Nebenrollen besetzt werden. Manche Schauspieler, die sich ja für eine bestimmte Rolle bewarben waren dann aber auch manchmal besser für eine andere geeignet (wie das Casting-Team entschied). Orlando Bloom beispielsweise bewarb sich eigentlich für die Rolle des Faramir, doch wurde wie wir wissen zum Elben Legolas. Besonders bei den Hobbits achtete Peter Jackson darauf besonders junge Schauspieltalente auszuwählen.
Noch weit vor dem eigentlich Drehbeginn mussten viele Darsteller noch so einiges lernen. Ihr Stundenplan enthielt "Fächer" wie: Reiten, Schwertkampf, Bogen schießen, Kostümkunde und Sprache. Besonders die Elbenspieler mussten sich das teilweise auf dem Keltisch-beruhende Elbisch lernen. Auch andere Darsteller mussten spezielle Dialekte sprechen lernen, die extra entwickelt wurden.
Die Suche nach Statisten:
Dies gestaltete sich doch schon etwas schwieriger. Da die Verantwortlichen für das Casting, Liz Mullane und ihre Asistentin Miranda Rivers, nicht nur die wichtigen Hauptrollen (und Nebenrollen) besetzen mussten, sondern auch ca. 15.000 Statisten hat man sofort an die New Zealand Army gedacht. Doch denen kam ein Konflikt in Ost-Timor dazwischen, sodass man wieder neu casten musste. Erstaunlicherweise zeigten sich die Neuseeländer sehr hilfsbereit in dieser Sache und ünterstützten das Team nicht nur als Statisten, sondern halfen auch bei einer Buspanne oder als Strickerinnen für die Kostüme.
Austattung und Kreaturen:
Für die Herr der Ringe - Trilogie wurde so gut wie die gesamte Ausstattung extra angefertigt. Die Crew von WETA engagierte noch zusätzlich viele andere Mitarbeiter, die bei der Anfertigung verschiedenster Dinge mithelfen sollten... So wurden z.B. extra Lederarbeiter, Schmiede, sowie Experten für Rüstungen und Skulpturen herangeschafft. Insgesamt entstanden dann ca. 900 Rüstungen, 200 Gummiwaffen, 100 handgefertigte Spezialwaffen, mehr als 20.000 Haushaltswaren und über 1600 Paare von Füßen- und Ohrenprothesen. Alle auf eine individuelle Größe und Form zugeschnitten.
Die vielen Kreaturen, die man im Film findet, wurden alle am Computer erstellt. WETA Digital hatte so z.B. den Nazguls, Ents, dem Balrog und auch der Kreatur Gollum eine Gestalt gegeben. Zusätzlich gab der Schauspieler Andy Serkis der Gestalt von Gollum die verschiedensten Bewegungen, wie beispielsweise Mimik und Gestik. Auch die Stimme bekam Gollum von Mr. Serkis.
Budget:
Wenn man bedenkt, dass das Team nach nur einem Monat Drehzeit bereits ca. 80.000 Dollar nur für Kaffee (!) ausgegeben hat, kann man sich wohl vorstellen, dass der Film insgesamt weitaus in die Millionen Höhe geht. So ist das auch! Jeder Film hat rund 90 Mio. Dollar gekostet und insgesamt soll New Line Cinema über 270 Mio. Dollar für die gesamte Produktion bezahlt haben. Das ist echt ein Rekord! Auf jeden Fall für New Line, denn die Trilogie ist nun das teuerste und größte Projekt, dass das Studio je finanziert hat.
































